Dr. Fritz Gerlich

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Brief aus dem Jenseits
Buch von Fritz Gerlich

 

Fritz Gerlich
(1883-1934)

Der Journalist und Historiker Fritz Gerlich gehörte bis in die 20er Jahre zu den schärfsten Nationalisten. In Stettin als Sohn eines Kaufmanns aufgewachsen, kam er 1901 zum Studium nach München. Bald hatte er sich durch seine vielseitigen Interessen und Engagements in Wissenschaft und Politik einen Namen gemacht. Neben seiner Tätigkeit als Archivar publizierte er zahlreiche Artikel zu antisozialistischen und völkisch-deutschkonservativen Themen. Doch 1923, mit dem Hitlerputsch, wandelte er sich quasi über Nacht von einem Anhänger Hitlers zu einem seiner profiliertesten Feinde. Als Chefredakteur der "Münchner Neuesten Nachrichten" entfernte er sich immer mehr von deren republikfeindlich-nationalistischem Kurs und wurde zu einem Verteidiger der Weimarer Verfassung. 1931 konvertierte Gerlich zum Katholizismus. Ein reicher Gönner verschaffte ihm eine eigene Wochenzeitung, den "Geraden Weg". In provokanten und leidenschaftlichen Artikeln kämpfte er nun gegen den aufsteigenden Nationalsozialismus an. "Hetzer, Verbrecher und Geistesverwirrte", "Untermenschen im Reichstag" und "Sperrt die Führer ein" - solche Schlagzeilen wurden auch in katholischen Kreisen unbehaglich aufgenommen.

Sofort nach der "Machtergreifung" in Bayern rächten sich die Nationalsozialisten an ihm: Noch am 9. März 1933 wurde Gerlich zusammen mit ehemaligen Kollegen der "Münchner Neuesten Nachrichten" in das Polizeigefängnis in der Ettstraße gebracht. In Dunkelhaft gehalten, prügelten ihn SA-Männer fast zu Tode. Am 30. Juni 1934 wurde Gerlich im Zusammenhang mit der Röhm-Affäre ermordet.