Klaus Panzer

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Klaus Panzer, in eigener Sache:

Als Kind hatte ich die Gelegenheit, Therese Neumann persönlich zu erleben. Zur ersten Begegnung fand ich in meinem Tagebuch folgenden Eintrag (19.4.1957):

„Heut waren wir in Konnersreuth. Es regnete. Vor Therese Neumann bekam man richtig Angst. Die Augen waren mit Blut unterlaufen. Sie rang mit den Händen. Es war schauerlich anzusehen. Dann fuhren wir wieder heim.“

Ich war damals 12 Jahre alt und heute würde man einem Kind in diesem Alter kaum mehr so etwas zeigen.

Meiner Meinung nach war es von Pfarrer Naber beabsichtigt, durch diesen schrecklichen Anblick die Leute zum Glauben zu führen. Daher gab es auch vor dem Einlass der Besucher immer den eindringlichen Appell, in gläubiger Absicht und nicht aus Sensationsgier das Zimmer der Resl zu betreten. Fotografieren im Leidenszimmer war dabei strengstens verboten.
Da ich oft meinen Vater begleitete, wenn er als gerne gesehener Journalist Konnersreuth besuchte, bekam ich aber auch einen anderen Eindruck von der Resl: Eine resolute, mit beiden Beinen im Leben stehende, oberpfälzer Frau, die uns Kinder auch bereitwillig ihre Wundmale an den Händen zeigte. Das ist lange her...
Wie unterschiedlich Menschen auf Konnersreuth reagieren, konnte ich an meinen eigenen Eltern erfahren. Während mein Vater als Journalist versuchte, auf neutraler Distanz zu bleiben, baute meine tiefreligiöse Mutter die "Resl" fest in ihren Glauben ein. Die Schauungen von Therese Neumann waren für sie eine fundamentale Ergänzung der Bibel und sie duldete diesbezüglich keinerlei Kritik.
Gut erinnere ich mich noch an den Todestag der Therese Neumann. Mein Vater war fast täglich in Konnersreuth und berichtete ausführlich (einige Artikel sind hier zu lesen). Eine eigenartige Stimmung lag über Konnersreuth. Keiner konnte glauben, dass die "Resl" einfach so unspektakulär gestorben war. 

Für mich persönlich stellt heute das Buch von Christian Feldmann: "Wahn oder Wunder? Die Resl von Konnersreuth - wie sie wirklich war" MZ-Buchverlag Regensburg, eine gute aktuelle Zusammenfassung dar.
Bei allem Respekt vor dem, was in Konnersreuth geschah, kommt der Autor zu dem Schluss, dass Konnersreuth kaum als Gnadenort für das dritte Jahrtausend taugt.